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Reisebericht Botswana – Savuti- & Moremi Nationalpark

Der Weg ist das Ziel

Ende Okt./Mitte November bin ich nun zu dem Highlight meiner diesjährigen Ziele gereist. Botswana. Dieses afrikanische Land liegt nördlich von Südafrika überwiegend auf einer Hochebene über 1000m. Dadurch gibt es nur wenige Hügel und das Gebiet besteht aus so unterschiedlichen Bereichen wie die Halbwüste Kalahari, Dorn- und Grassavannen oder das wasserreiche Okavango Delta. Botswana ist etwa anderthalb mal so groß wie Deutschland, hat aber nur ca. 2 Mio. Einwohner. Die Jahreszeiten werden durch Regen- und Trockenzeiten geprägt. Jetzt im November ist das Ende der Trockenzeit angesagt und es kann auch schon mal den einen oder anderen Regenschauer geben. [...]

Am ersten Tag geht es eigentlich darum Strecke zu machen und über die Grenze von Südafrika nach Botswana zu gelangen. Die Formalitäten kosten ihre Zeit und beim ersten Geldtausch an einer Wechselstube kommt Ernüchterung auf. Mehr als 50 Euro bekommt man nicht getauscht und nach der vierten Person ist das Geld alle. Währung ist der Pula. Das restliche Geld müssen wir uns am Automaten holen, auch hier gibt es meist nur begrenzt Geld. Die Straßen gehen geradeaus bis an den Horizont und sind immerhin geteert. Teilstrecken sind auch schon mal mit Schlaglöchern durchsetzt oder die Asphaltgrenzen sind ausgefranst oder abgebrochen. Rechts und links neben der Straße sind ca. 10 Meter gemäht, hier grasen Rinder und immer wieder Esel. Noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viele Esel gesehen. In unserem Camp kommen wir erst bei Dunkelheit an und da heißt es dann noch Zelte aufbauen. Diese sind sehr stabil nach Iglu-Bauweise zu errichten und benötigen kein Überzelt, da das Gewebe sehr dicht ist und auch Regen stand hält. Jeder bekommt ein Feldbett zum Auseinanderklappen. Also zwar gewöhnungsbedürftig, aber durchaus komfortabel. [...]

Am nächsten Morgen sieht man erst, wo man ist. Vor uns ein See und rundherum alles mit Papyrus bestanden. Wir befinden uns auf einer Insel. Wir machen mehrere Spaziergänge zu Fuß mit Cedric, auf denen er uns Pflanzen erklärt, wo wir die Hinterlassenschaften von Elefanten mal genauer ansehen. Da in der Natur nichts ungenutzt bleibt, bemächtigen sich spezielle Termiten eines Elefanten-„Apfels“, der von seiner Größe schon eher eine Honigmelone ist, und richten ihn zu ihrer Wohnstatt her. Wir sehen Milane, Fischadler und eine kleine Gruppe von Elefanten, denen wir am Ende unserer Tour recht nahe kommen, aber immer so, dass sich die Elefanten nicht gestört fühlen. Mit kleinen Mokoros [...] unternehmen wir Ausflüge zum Hippopool, in dem auch ca. 20 Tiere liegen und zur benachbarten Insel, wo wir bei einem Fußmarsch bei sengender Hitze (36 Grad) verschiedene Antilopen beobachten können. Mit den Mokoros gleiten wir durch das Wasser bzw. werden gestaakt. Immer zwei Personen sitzen in einem Boot und ein Mokorobesitzer steht am Ende des Bootes und sticht mit einem langen Holzstab in den Untergrund, um vorwärts zu kommen. Wir gleiten ruhig an herrlich duftenden Seerosen vorbei, Wasserfarnen und kleine weißliche Frösche sitzen eng angeschmiegt an den runden Halmen von Sauergräsern. Zum Beobachten von Hippos bleibt genügend Zeit. [...]

Heute geht es nun in den Moremi National Park. Wir sind nun nicht mehr mit dem Truck unterwegs, sondern mit zwei geländegängigen Toyotas und einem Versorgungsauto. Schon bald hinter Maun endet die Asphaltstraße und verwandelt sich in eine Wellblechpiste, deshalb fahren wir am Rand, es staubt. Nun beginnen Mopanewälder, die zum Teil schon ausgeschlagen haben, wenn es schon geregnet hat. Obwohl wir noch lange nicht im NP sind, halten wir schon nach Tieren Ausschau. Elefanten und Impalas sind bereits zu beobachten. Nach Einfahrt in den Park kommen noch Büffel, Lechwe und verschiedene Wasservögel, Hippos, Krokodile, Giraffen und Tsessbe hinzu. [...]

Aufbruch um 5:30 Uhr in den Savuti Nationalpark, der ein Teil des Chobe NP ist, obwohl es gar nicht so weit ist, brauchen wir 2,5 h, die Strecke ist „bumby“. Mittagspause am Kwai-River mit jeder Menge Hippos im Wasser, die sich nicht stören lassen, man kann nah heran. Auf dem Weg zum Park sehen wir erst zwei Löwinnen und später zwei Bruder-Löwen völlig regungslos und alle Viere von sich gestreckt mitten auf dem Weg. Nach der Weiterfahrt ist es so heiß, dass sich auch keine Tiere blicken lassen (36 Grad). Wir nähern uns jetzt der Savuti-Depression. Eine brettebene, weite, trockene Fläche, die früher auch ab und zu mit Wasser volllief. Jetzt nur mit Gras bestanden. Zwei einzelne Pferdantilopen traben vor uns her und sind die einzige Abwechslung.

Der Savuti-NP ist dafür bekannt, dass es besonders viele und auch besonders große Elefanten gibt. Das einzige Wasserloch, was noch Wasser führt ist von zwei Hippos in Beschlag genommen. Gnus stehen in einer Schlange an und auch die Zebras warten schon. Unweit von hier liegt ein Kadaver von vier Löwen verteidigt. Es handelt sich um einen Elefanten. Ein einzelner Löwe frisst mit blutverschmierten Maul und zerrt an der Beute. Einzelne Geier und Marabus hocken auf den umliegenden Bäumen in der Warteposition. Auch das ist besonders. Elefanten haben eigentlich keine Feinde mehr, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Aber da es im Savuti-NP so viele von Ihnen gibt, haben sich die Löwen darauf spezialisiert Elefanten zu erbeuten. Dazu braucht es natürlich auch ein großes Rudel. Abends ruft eine Hyäne ganz aus der Nähe, lässt sich aber nicht blicken.

Gleich am nächsten Morgen fahren wir wieder an den Kadaver. Ein männlicher Löwe hat richtig zu tun, Fleischstücke heraus zu zerren. Es haben sich noch mehr Geier eingefunden und Schakale kreisen unruhig um die Beute. Bis zu vier Tagen können die Löwen von dem Kadaver fressen, dieser hier stinkt jetzt schon gegen den Wind. Bei der Hitze verdirbt er sehr schnell.

In einem anderen Teil der Parks finden wir wieder zwei lazy laying lions mit zwei Kitten, die sich vom Fressen erholen. Das Muttertier sieht nicht besonders gesund aus. Aber zu fressen haben sie genug, ein Kadaver liegt in der Nähe. Lange beobachten wir die vier, die manchmal aufstehen, um sich wieder im Schatten fallen zu lassen. Wir sehen außerdem einen Marshalladler, Blauracken, eine Großtrappe, Mangusten und einen fetten Baobab. Interessant ist auch ein Elefant, der sich auf einen Berg begeben hat und dort von den Bäumen frisst. [...]

Resumee: Diese Reise ist wirklich ein Stück Abenteuer und hat mit Badeurlaub nichts zu tun. Was man an Tierwelt erleben kann, ist nicht mehr selbstverständlich für das restliche Afrika. Wilderei wird in Botswana hart bestraft, was dann auch die gute Beobachtbarkeit und hohe Tierdichte erklären kann. Natürlich hat Botswana durch seine dünne Besiedelung einen guten Ausgangspunkt. Ich kann den Besuch dieses Landes sehr empfehlen, ich habe mich nie unsicher gefühlt. Ob man sich eine Tour auf eigene Faust trauen kann, muss sich jeder selbst beantworten. Die schwierigen vorhandenen Geländeeigenschaften speziell im Savuti NP würden mich abschrecken. Die Sandpisten sind manchmal so grenzwertig, dass man leicht mit einem four-wheel-drive stecken bleiben kann. Man muss schon geübt im Fahren sein. Die Nähe zur Natur überzeugt mich. Lagerfeuer am Abend. Die vielen fantastischen Tierbeobachtungen, die ich hier nur zum Teil wiedergegeben habe.  Ein gewisse Schmälerung ist, dass man sehr viel sitzt, unterwegs, auf Erkundungstour etc., viel Zeit wird fürs Fahren verwendet, getreu nach dem Motte der Weg ist das Ziel. Das muss man mögen! Aber wie anders sollte man dieses Land bereisen. [...]

Beate Melzer

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