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Reisebericht Indonesien – Java

Zu Gast bei den Göttern

Berge gelten seit jeher als Sitz der Götter, manchmal auch der Dämonen. Macht strahlen die irdenen Erhebungen aus und werden daher den Mächtigsten zugesprochen. Dies gilt umso mehr noch für Vulkane, aus deren Inneren es geheimnisvoll brodelt und raucht.

Es ist 4.00 Uhr morgens. Der Himmel dämmert noch tief dunkel. Mit Taschenlampen schleichen wir aus den Zimmern unserer Berg-Lodge "Java Banana". Jacken haben wir uns gegen die Kälte am Vorabend bei unserem Hotelier geliehen. Es ist ungewöhnlich kalt und windig. Der Jeep erwartet uns. Auf kurvenreicher Straße machen wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt. Es ist Wochenende. Viele Besucher werden erwartet, um dem täglichen Naturschauspiel beizuwohnen. So hatte es uns zumindest Ketut, unser Begleiter, berichtet. Die Indonesier lieben ihren Berg und kommen an freien Tagen in Scharen auf Motorrädern und Jeeps angereist. Die Straße windet sich langsam nach oben. Und tatsächlich – wir finden uns in eine Kolonne von Fahrzeugen jedweder Bauart ein. Alle mit demselben Ziel: dem Aussichtspunkt zum Mount Bromo. Der geheimnisvoll vor sich hin grummelnde und rauchende Vulkan bietet zum Sonnenaufgang einen unvergleichlichen Anblick. Zwischen den zahlreichen Besuchern mit Kameras, Mobilfunkgeräten und iPads suchen wir uns einen Platz.

Das vor uns liegende Tal ist noch ganz mit Wolken bedeckt. Ganz langsam hebt sich die Sonne. Ein Teil der Wolken und einige Nebelschwaben umfangen die Berggipfel. Der Anblick ist atemberaubend. Neben dem niedrigeren Krater des Mount Bromo ragen die Gipfel des Mount Semeru und Mount Batok aus den Wolken hervor. Fast vergesse ich für ein paar Sekunden die vielen Menschen um mich herum. Das Klicken der Kameras, die Rufe der Staunenden. Alles ist plötzlich still. Ein erhabener Anblick!

Je höher die Sonne steigt desto mehr Farben werden sichtbar. Erst jetzt kommt das leuchtende Grün der Wälder zum Vorschein. Es lohnt sich noch ein bisschen zu verweilen. Langsam erreichen die Sonnenstrahlen die Hänge des Bergpanoramas und beleuchten die Landschaft. Unglaublich schön!

Die Menschenmassen lichten sich. Dafür rumort der Magen. In den kleinen Gassen mit Ständen kann Abhilfe geschaffen werden: Gebackene Bananen und ein frisch aufgegossener Tee wecken die Lebensgeister für den zweiten Teil des früh morgendlichen Ausflugs.

Mit den Jeeps geht es zum Fuße des rauchenden Vulkans. Die Landschaft sieht unwirklich aus. Rauchschwaden getränkt mit Schwefelduft ziehen über die wüstenartige Ebene. Eine Mondlandschaft. Man sieht kaum die Hand vor Augen. Der dichte Schwefelrauch des Vulkans weht uns entgegen. Unser Guide hält einen Mundschutz bereit, den wir dankbar annehmen. "Ihr könnt zu Fuß hinauf oder mit den Pferden - ganz wie Ihr wollt", bietet er uns an. Wir starten zu Fuß, was sich durch den weichen Sand und die Schar der Pferde als recht mühselig erweist. Auch wird das Atmen anstrengend. So beschließen wir unterwegs umzusatteln. Flugs ist ein Pferd gefunden. Meines heißt Anwhar. Es schüttelt seine aschgraue Mähne und zieht unberührt durch die Luft den Berg hinauf. "Soll ich warten", fragt mein Pferdebesitzer am Fuße der Treppen. "Oh ja, sehr gern lass ich mich von Euch wieder hinab geleiten", rufe ich aus, bevor ich mich an das letzte Stück des Aufstiegs über die 241 Treppenstufen wage. Auch hier herrscht reger Betrieb. Über die Stufen geht es direkt an den Rand des Kraters. Nur ein Metallgeländer trennt uns vom Abgrund. Im vernebelten Schlund brodelt es lautstark. Ein mulmiges Gefühl ist es schon. "So stark raucht er sonst nie", kommentiert mein Begleiter. Im dichten Dunst wagen wir uns auf den Rundgang – doch der Blick lichtet sich nicht. Heute mag der Donnergott des Gunung Bromo mächtig dampfen und rumoren. Ein erhabener Anblick! Der mächtige Vulkan ist Respekt einflößend. Ein Naturschauspiel, das sich nicht bändigen lässt – ich fühle mich plötzlich ganz klein und ehrfürchtig.

Zurück in der Lodge erwartet uns ein leckeres Frühstück. Doch der Tag birgt noch mehr... Zunächst geht es überland nach Sola. Java ist die dicht besiedelste Insel Indonesiens und das bekommt man am Verkehr besonders zu spüren. Die Straßen sind voll. Es herrscht reger Betrieb fast jeglichen Verkehrsmittels. Daher planen wir die Fahrt auf einem gemächlicheren Weg fortzusetzen. Per Zug dringen wir nach Westen vor. Das kulturelle Zentrum der Insel rund um Yogyakarta ist unser Ziel.

Am nächsten Morgen ewartet uns ein ganz besonderes Highlight – kultureller Höhepunkt ein jeder Reise durch Java. Wir fahren in die nahen Berge und schließlich liegt er da, der Tempel aller Tempel: Borobodur! Größte buddhistische Tempelanlage Südostasiens.

Der Sitz der Götter - monumental und doch filigran. Insgesamt 71 Stupas umrahmen die Hauptstupa auf den sich konzentrisch verjüngenen Terrassen des Tempelberges. Fein getrennt in die drei Welten-Zonen: die Sinneswelt der Menschen, die Übergangswelt der Gläubigen und Welt der Perfektion oder Erleuchtung – Sitz der Götter.

Anblick und Ausblick begeistern gleichermaßen. Das Licht spielt auf den kunstvollen Reliefs der kosmologischen Architektur. Die Skulpturen Buddhas blicken in die Ferne. Sie scheinen die ganze Weisheit des Universums in sich zu tragen. Stille Geruhsamkeit strahlen sie aus.

Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt. Zum Sonnenuntergang sicherlich einer der spirituellsten Plätze Indonesiens. Welch ein göttlicher Abschied von Java!

Petra Thomas

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